Samstag, 5. Oktober 2013

Heimat verlassen und Heimat finden?

David und ich sind angekommen: am 03.10. um 16:18 Uhr ist der Dreamliner von Ethiopian Airways mit uns und allem unserem Gepäck (5 Taschen, 2 Rucksäcke, 2 Laptoptaschen) in Frankfurt gelandet. Innerhalb von 15 Stunden haben wir über 10000 km Strecke mit 3 Zwischenstopps und ein ganz anderes Leben hinter uns gelassen. Deutschland hat schnell wieder seine Fühler ausgestreckt und so holte uns schon am Flughafen die bittere Realität ein: die Deutschen sind ungeduldig, unfreundlich und leiden an chronischer Meckerlaune. ^^

Wie gut, dass wir uns wenigstens ein kleines Stück von unserem Afrika mitgenommen haben: knappe 90 kg Umoja Kaffee!

Damit haben wir das deutsche Vetriebslager, dass auch schon durch Simon, Samuel, Naemi und Daniel Nachschub bekommen hat noch, noch ein bisschen mehr gefüllt. Bei Bedarf gerne melden bei:

simon.zeitvogel@gmail.com
davidzeitvogel@gmail.com



Heimat ist woher ich kam
Und wohin ich gehe
Heimat ist nicht fern noch nah
Heimat heißt ich lebe



Freitag, 20. September 2013

2 mal Bunia in 2 Wochen...Momentan gehts hier rund - Endspurt hat begonnen :-)

Wir sind nun wieder in Rethy und da die Internetverbindung in Bunia echt steinzeitmäßig langsam war, hier nun ein paar nachträgliche Blogeinträge:

Seit der Abreise des restlichen Teams ist tatsächlich schon über 2 Wochen her und ich habe sage und schreibe einen Blogeintrag geschrieben... Aber so viel wie hier gerade los ist, da hat man wenig Zeit und Lust abends noch groß einen Eintrag zu machen - Afrika ist einfach sehr vereinnahmend gerade, vor allem aber in Hinblick auf unsere baldige Heimreise.

Auf Grund von letzten Gesprächen und Meetings mit der Kirche in Bunia sind wir nun, wie ihr dem Titel entnehmen könnt, schon das zweite Mal innerhalb zwei Wochen in Bunia (natürlich wieder ohne Strom, bzw. nur mit Generator...)  In den zwei Tagen, die wir zwischendrin in Rethy waren ging es dafür heiß her: David hat das Kraftwerk gewartet, ich habe das Haus aufgeräumt (was man da noch so alles findet...), dann mal wieder ein überaus netter Besuch der Einwanderungsbehörde (hört ihr die Ironie???) und schließlich noch Kaffee packen und Lieferungen für Bunia erstellen. Die zwei Tage waren einfach prall gefüllt. Wenigstens war mit dem Auto nichts größerers, "nur" beim ersten Mal kaputte Bremsen (vorne gab es schon gar keine Bremsbelege mehr und die Scheiben haben schon Metallspäne lassen müssen) und ein blockierter/kaputter Bremszylinder, beim zweiten Mal dann "nur" noch einmal durchgebrochene Blattfedern...^^ Hab ich schon Mal gesagt, dass wir uns wieder auf deutsche Straßen und deutsche Autos freuen? 

Nun gut, man muss aber sagen, dass wir beide Male gut hier angekommen sind und wir sehr froh darüber sind, dass auf den Fahrten nichts passiert ist. Hier mal nochmal ein paar Eindrücke, was man auf so einer Fahrt alles zu Gesicht bekommt:


Brücke, mehrmals local repariert...Vor uns ist ein dicker Laster drüber, der steckt jetzt kurz danach im Schlamm fest...

Auch typisch: überladen ohne Ende...Aber zur Abwechslung mal kein Biertransporter...Echt traurig wieviel Alkohol hier in das Land gebracht wird, eher kontraproduktiv was den Fortschritt des Landes betrifft.

Iga Barriere: Blech und Holzhütten und am Horizont: Das lila Haus! Seltsame Bilder.

Iga Barriere: Tagesgeschäft der Leute hier: Goldwäsche. Nur wenigen reicht das allerdings für ein normales Auskommen, die meisten Leute hier sind bettelarm...
Da die eigentliche Brücke der Hauptstraße vor 3 Monaten unter einem LKW eingestürzt ist, haben lokale Arbeiter sich ein Nebengeschäft mit zwei eigenen Brücken eröffnet. Passieren ist hier nur gegen Gebühr möglich - natürlich alles verhandelbar...


PS: Unser Rückflug ist gebucht am 3.Oktober gehts heimwärts. Deutschland wir kommen!!!

Dienstag, 3. September 2013

Allein, allein ... es wird still in Rethy

Am Freitag war es schließlich soweit: Rückreise für Daniel und Naemi sowie für Simon und Samuel.
Zusammen sind wir bis nach Mahagi gefahren, um uns dort zu verabschieden. Wir hatten einfach eine tolle Zeit zusammen! 

Mensch, das ist jetzt schon etwas ungewohnt. 4 1/2 Monate waren wir mindestens 4 Wazungus in Rethy und jetzt bleiben nur noch David und ich übrig. Seltsames Gefühl, zu zweit in so einem großen Haus... Umso besser ist es da, dass uns Saula auch nach der regulären Arbeitszeit gerne noch Gesellschaft leistet. Natürlich genießen wir unsere Zeit zu zweit hier auch und haben uns so zum Beispiel unseren Sonntag mit Dampfnudeln (wie bei Mama/Oma) und Vanillesoße versüßt... Hier ein paar Bilder zum neidisch werden:

Dampfnudelrohlinge, bereit in die Pfanne zu wandern!

das nenn ich mal rechte Dampfnudeln!

Über eine gute Salzkruste geht halt einfach nichts...

David ist happy über seine Dampfnudeln mit Karamellkruste...





Das Battle süß gegen salzig ging meiner Meinung nach unentschieden aus. Süße Dampfnudeln sind lecker, aber Dampfnudeln mit echter Salzkruste, wie von der Oma, das ist halt einfach s'Beste. Geschmäcker sind eben verschieden :-)

PS: Ich werde mich jetzt wieder ein bisschen mehr anstrengen und euch mehr im Blog berichten. Allerdings ist unsere Zeit für dieses Jahr jetzt wirklich absehbar... Im Oktober soll es, wenn nichts unvorhergesehenes dazwischen kommt, erst Mal nach Hause gehen.

Donnerstag, 29. August 2013

Rethy

Über Rethy wurde auf diesem Blog schon öfter berichtet. Deshalb nur ein paar Eindrücke aus unserer Zeit.

Daniel hat bei seinen kleinen Projekten regelmäßig Hilfe von Tramani.

Supermarkt

Frisörtermin

Sägewerk in Rethy

Daniel pflanzt mit Saula seine eigene Kaffeepflanze

Ein gängies Bild

Bananenstaude

Mama Josephine nimmt sich unserer Wäsche an
Kinder lieben Fotos

Die Zeit in Rehty ist viel zu schnell vergangen. Morgen werden wir uns schon wieder auf den Weg zurück nach Uganda machen um am Samstag Abend in unser Flugzeug nach Deutschland zu steigen.

Donnerstag, 22. August 2013

Urlaubsträume an der Südküste Mombasas

In Mombasa haben wir 3 volle Tage die Seele baumeln lassen und die Anspannung der anstrengenden Reisen hinter uns gelassen. 12 km weißer Sandstrand im Urlaubsparadies Diani Beach.

Frühstück mit Blick auf den Indischen Ozean

Türkisblaues Meer und weicher, weißer Strand



Leider werden Weiße am Strand durchgehend von Händlern und Bettlern angequatscht. So haben wir den Blick aufs Meer vorrangig von unserem Cottage aus genossen und den Strand nur zum Schwimmen betreten.

Wäsche waschen

Erste Blogeinträge

Meine erste frische Kokosnuss


Unser Seafood-Händler

Daniel hat sich den Schrimps angenommen...

... und mit frischen Zutaten ein traumhaftes Essen gezaubert.

Ein diebischer Affe hat sich am ersten Morgen auf unser Frühstück gestürzt und die Margarine entführt.
Und dann ging es auch schon weiter auf unserer Afrika-Tour. Morgens ging es los in Richtung Flughafen. Hier durften wir auch zum ersten Mal die "korrupte" Polizei in Aktion erleben. Unser Taxifahrer wurde bei der Polizeikontrolle angehalten und musste Geld abdrücken, damit wir weiter fahren durften. Er hat uns mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass wir niemals sagen dürfen, dass wir Touristen sind. Wir sollten immer behaupten, dass wir in Nairobi zur Schule gegangen sind und in Kenia leben.

Blick aus dem Flugzeug
Nach dem Zeitmanagement bei der Zugfahrt haben wir nun beim Flug von Mombasa nach Entebbe (Uganda) das Gegenteil erlebt. Da alle Passagiere schon eingecheckt hatten, ist das Flugzeug 30 Minuten vor dem eigentlichen Abflugtermin gestartet. Sachen gibts^^

Mittwoch, 21. August 2013

Eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt die ist schön...


 Laut Reiseführer ist die Fahrt von Nairobi nach Mombasa „im kolonialen Ambiente“ ein „Stück romantisches Abenteuer“. Und im Gegensatz zu den Bussen gelten Züge als sicheres und „relativ pünktliches“ Verkehrsmittel. Die genaue Definition von „relativ pünktlich“ ist mir nicht bekannt. Aber ich habe sicherlich noch nie in meinem Leben so lange auf einen Zug gewartet. Um 18 Uhr sollten wir dort sein und der Zug um 19 Uhr losfahren. Aufgrund unserer Erfahrungen mit der Rush Hour in Nairobi haben wir uns sehr früh hinfahren lassen und saßen ab 17.15 Uhr am Bahnhof. Alle 2 Stunden wurde durchgesagt, dass der Zug Verspätung hat, aber kommen wird. Die Ansage haben wir nie verstanden, aber auf Nachfrage wurde immer wieder eine neue Ankunftszeit benannt. Die 7,5 Std. auf einem Plastikstuhl am Bahnhof haben wir mit zwei FSJlerinen aus Norddeutschland verbracht, die uns von ihrer bisherigen Zeit in Nairobi erzählt haben. Um 2 Uhr nachts ist der Zug dann losgefahren und wir haben dankend auf das versprochene Dinner verzichtet und uns gleich in unserem Abteil schlafen gelegt. 

 
Naemi will nach 7,5 Stunden am Gleis nur noch schlafen. Doch erst muss das Zugpersonal die Betten beziehen.

Um 8.30 Uhr wurden wir im Zug per Klingel zum Frühstück gebeten. Bis 18 Uhr hatten wir dann genügend Zeit stundenlang aus dem Fenster die Veränderung der Vegetation und Hütten zu beobachten. Der Zug ist sehr lang und fährt sehr langsam (Spitzengeschwindigkeit laut Daniels App: 52 km/h, Normalgeschwindigkeit: ca. 30 km/h) und hält oft an z.B. um manuell eine Weiche zu stellen oder einen Güterzug vorbei zu lassen. Ständig kommen Kinder angerannt um den Zug und die Weißen zu sehen, zu winken und ganz oft um Süßigkeiten u.v.m zu betteln.

Die Fahrt dauerte insgesamt 16 Stunden. Die Auf-und Ab-Bewegung des eigenen Körpers während der Fahrt ist mit Worten nicht beschreibbar. Man wird fast ununterbrochen durchgeschüttelt. Der Körper behält die Bewegung übrigens auch noch Stunden nach der Fahrt bei. Das fühlt sich ein bisschen wie seekrank an. Und uns wurde abends im Cottage immer noch stehend und sitzen schwindelig.



 

Dienstag, 20. August 2013

In der ostafrikanische Metropole

Nach der Tierwelt im Masai-Mara durften wir die Rush Hour in Nairobi erleben. Für 2 km in der Innenstadt haben wir 1,5 Stunden gebraucht.

Dieses Bild haben wir übrigens außerhalb der Rush Hour an einem Feiertag aufgenommen.


Nairobi hat rund 3 Mio. Einwohner und ist die wichtigste Wirtschaftsmetropole Ostafrikas. Nairobi ist eine Stadt der Gegensätze. Das überschaubare Zentrum mit glitzernden Hochhausfassaden, noblen Hotels, Banken und Botschaften wirkt beinahe europäisch. Nur ein paar Hundert Meter weiter gibt es Slums. Als Tourist kann man sich nur in einem kleinen Bereich im Zentrum zu Fuß sicher bewegen. Die anderen Stadtteile sind gefährlich, vor allem wenn man sich nicht gut auskennt. Isaac (unser Safari-Guide) hat uns für die Zeit in der Stadt zwei Tipps gegeben: Auch in der „sicheren“ City immer selbstsicher mit einem bestimmten Ziel durch die Stadt laufen. Niemals stehen bleiben, wenn man angesprochen wird. Als Weiße wurden wir natürlich alle paar Meter angesprochen z.B. "My friend", "Sister, Sister" oder mit der Aufzählung irgendwelcher europäischen Namen. Naemis Resüme: Großstadt in Afrika ist super anstrengend! Ich freu mich aufs Meer!


Trotzdem haben wir uns auf den Weg zum Kenyatta Conference Centre gemacht. Auf der Aussichtsterrasse im 28. Stock konnten wir über die Stadt sehen. In Nairobi ist es übrigens aktuell kalt und verregnet. Ohne Jäckchen am Tag und Socken in der Nacht ist die Naemi am Frieren. Natürlich wäre auch die Sicht an einem sonnigen Tag noch besser gewesen.





Auch das ist Afrika.


Es gibt viele 60er und 70er Jahre Bauten.